Das gelbe Gold – Auf den Spuren der Zitrusfrucht

Zitronen sind ziemlich sauer. So viel steht fest. Aber wie werden die knallgelben Früchte angebaut und was macht sie so besonders? Wir haben uns auf einer Öko-Finca auf Mallorca umgeschaut.

Noch vor rund 30 Jahren war das verschlafene Bergdorf Sóller in den Bergen von Mallorca nur schwer zu erreichen. Lange, kurvige Straßen erforderten viel Zeit und Fahrkunst. Heute jedoch führt ein Tunnel in den kleinen Ort, der 1.000 Meter über dem Meeresspiegel liegt. Auf dieser Höhe gibt es keinen Frost und viel Wasser, das ideale Anbaugebiet für die Zitrusfrucht. Hier befindet sich die Öko-Finca der Initiative Fet a Sóller.

Die Bäume von Fet a Sóller mit Blick auf die Berge

Die Geschichte der Zitrusfrucht reicht weit zurück

Vor rund 1.000 Jahren kamen mit den ersten Völkerwanderungen arabische Stämme nach Mallorca, die den Zitrusanbau mitbrachten. Die Stämme lebten über 400 Jahre auf der Insel und hinterließen überall ihre Spuren Hier in den Bergen fanden sie die idealen Anbaubedingungen für die Zitrusfrüchte, die ursprünglich aus dem asiatischen Raum stammten. Diese frühen Exemplare waren allerdings nicht so gut essbar und wurden erst durch Züchtung zu den Sorten, wie wir sie heute kennen. Die Pomelo, Mandarine und Citrus medica sind die Ur-Zitrusfrüchte, aus denen schließlich alle anderen Sorten entstanden.

Diese kleine Einleitung in die Geschichte der Zitrusfrucht gibt uns der deutschstämmige Besitzer der Plantage in Sóller Franz Kraus zu Beginn unseres Besuches bei ihm. Der Rheinländer arbeitete zunächst jahrelang für große Lebensmittelproduzenten wie Milka oder Katjes, kam 1990 das erste Mal nach Mallorca und blieb der Liebe wegen. Kurz darauf gründete er mit seiner Frau Gabi Kraus die Eismanufaktur Fàbrica de Gelats und kurz darauf 1996 kam die Marke Fet a Sóller dazu.

Auf ihren Plantagen verzichten sie seit Beginn komplett auf Chemie oder Insektizide und die Bäume werden nur mit Kompost gedüngt, erklärt Franz Kraus: „Die Energie für die Kraft der Bäume kommt aus der Erde, der natürliche Dünger ist dabei das wichtigste. Das macht den Baum gesund. Deshalb muss man möglichst viel für die Lebewesen in der Erde tun.“ Er vergleicht chemischen Dünger mit einer Droge, die die Pflanze zwar schnell wachsen lässt, aber zu weniger Geschmack in den Früchten führt.

Die kalte Luft in der Nacht sorgt dafür, erklärt er uns, dass Zitrusfrüchte farbig werden und von knallgelb bis tieforange an den Bäumen hängen. Deshalb ist die Farbe der Frucht nicht unbedingt ein Hinweis darauf, ob sie reif ist. Limetten aus Brasilien bleiben immer grün, da sie in subtropischem Klima wachsen, so Kraus.

Das macht die Zitrone so besonders

Für Franz Kraus ist die Zitrone ganz klar der Star unter den Zitrusfrüchten und die wertvollste Frucht unter ihnen, weil sie alle Inhaltsstoffe konzentriert in sich trägt. Randvoll mit Vitamin C und trotz der Säure basisch, trägt sie zu einem starken Immunsystem bei und er empfiehlt frisch gepressten Zitronensaft jeden Morgen zu trinken. Auch das Fleisch der Frucht ist wertvoll, denn es enthält Pektin und ist ideal zur Herstellung von Marmelade geeignet.

Ein Snack auf der Finca mit frischem Saft

Von angeblich frisch gepressten Saft aus dem Supermarkt hält er wenig. Dieser werde in Brasilien gepresst, pasteurisiert und auf dem Schiff nach Europa gebracht. Durch die Behandlung und den langen Transport würden die meisten Vitamine verloren gehen.

Wer trotzdem nicht auf die so gesunden Zitrusfrüchte verzichten möchte, bestellt also besser direkt von Zitronenbauern wie Fet a Sóller. Diese gibt es im Abo direkt kiloweise. Doch keine Angst vor so viel Frucht! Zitronen kann man wunderbar in der Tiefkühltruhe lagern. Am Abend einfach aus der Truhe nehmen, im Kühlschrank auftauen lassen und am nächsten Morgen zu frischem Saft pressen.

Susanna